Inhuman
Lu Yang

Lu Yang, UterusMan, 2013 (Still)

In Lu Yangs UterusMan verschmelzen klassische Merkmale von Videospiel- und Comichelden mit weiblich kodierter Körperlichkeit. Mit ausgestreckten Armen nimmt UterusMan die Konturen der Gebärmutter an; in der weiblichen Fortpflanzungsfähigkeit liegen seine Superkräfte begründet: Feinde bekämpft die geschlechtslose Heldin mit „Eizellen-Lichtwellen“, fliegt sie, strömt – gleich einem Düsenantrieb – Menstruationsblut aus seinen Füßen. Im Kampf setzt UterusMan einen monströsen, aggressiven Fötus ein – eine radikale Umkehrung der Mutter- und Säuglingsrolle. 

Losgelöst von Genderstereotypen, setzt sich Lu Yang in ihren Arbeiten über vermeintlich biologische Grenzen und Hierarchien hinweg. Mit der Gebärmutter wird ein Teil der weiblichen Geschlechtsorgane zur Protagonistin, deren Bild in Konsum- und Alltagskultur denkbar abwesend ist. In Lu Yangs Arbeit wird sie nicht nur explizit sichtbar, sondern zum formgebenden, alles bestimmenden Element. Die „Natürlichkeit“ von biologischem Geschlecht, Reproduktion und Körper denkt die Künstlerin konsequent neu und gestaltet sie mit den Mitteln der Fiktion um. Dabei klingen in der Figur von UterusMan aktuelle Entwicklungen an, welche die Reproduktionsfähigkeiten des Körpers in den Mittelpunkt von Diskursen um künstliche Befruchtung, Social Freezing und genetische Manipulation rücken.

* 1984 in Shanghai, China, lebt in Shanghai und Beijing, China

Lu Yang, UterusMan, 2013 (Still)

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Lu Yang, UterusMan, 2013 (Still)

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