Speculations on Anonymous Materials
Antoine Catala

Antoine Catala, Image Families, 2013, © Foto: Achim Hatzius

Antoine Catala erforscht mit seinen Arbeiten das Verhältnis zwischen Alltagsbildern und den Mechanismen der ihnen zugrunde liegenden Technologien. Das familiär gewordene technische Bild wird zunehmend zu einem unbewussten Medium, ein Gebrauchsbild des Alltags, das Catala in eine materielle Dimension des Betrachtens zurückholt. So befasst sich sein Werk mit Bildern, die auf den ersten Blick eingängig und verständlich scheinen und vermeintlich kein weiteres Nachdenken einfordern.

Catalas Hologramm-Arbeiten begegnen dieser Suggestion mit einer humorvollen Analyse: Die anonyme Ästhetik eines scheinbar unendlichen Archivs an Stockfotografie wird mithilfe ihrer eigenen Produktionsmittel durchleuchtet. Dabei macht Catala das Verhältnis der ausgestellten Bilder zu Sprache und Symbolik sichtbar und lässt sie fortan alles andere als selbstverständlich erscheinen. Mit seiner Installation Image Families entlarvt der Künstler die vermeintlich einfachsten Bilder – Fotografien glücklicher Paare oder niedlicher Katzen – als Produkte einer massiven, aufwendigen Maschinerie. Auch die Maschinen, die Catalas Räume bevölkern, werden Teil dieser originellen Inversion und geben sich in all ihrer Infantilität zu erkennen. Anstatt von außen zu intervenieren, scheinen Catalas Arbeiten die Bilder organisch zu durchdringen. So schreibt er weder den Betrachtern noch sich selbst eine distanzierte, erhabene Position zu, von der aus das Gezeigte lediglich vereinfachend kritisiert werden könnte. Seine Analyse geht wesentlich subtiler vor und verdeutlicht auf diese Weise, dass wir immer schon untrennbar mit den uns umgebenden Bildwelten verbunden sind. Catalas Arbeiten beleben unsere Begegnung mit vermeintlich bekannten, totgeglaubten Bildern.

 

*1975 in Toulouse, Frankreich, lebt in New York, USA

Antoine Catala, Image Families, 2013, © Foto: Achim Hatzius

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Antoine Catala, Image Families, 2013, © Foto: Achim Hatzius

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