Speculations on Anonymous Materials
Pamela Rosenkranz

Pamela Rosenkranz, Installationsansicht, © Foto: Achim Hatzius

In Purity of Vapors füllt Pamela Rosenkranz einen steril anmutenden Kühlschrank mit Flaschen der Marke SmartWater. Der Produzent Glaceau, ein Tochterunternehmen der Coca-Cola- Company, bewirbt das SmartWater zugrunde liegende Herstellungsverfahren als Kunstform: eine perfektionierte Imitation des natürlichen Wasserkreislaufs, welche die Reinheit eines ursprünglichen Regentropfens, unberührt durch die industrielle Verunreinigung unserer Atmosphäre, zu bewahren vermag. Die aufwendig gestaltete Transparenz der Plastikflasche wird in ihrer symbolischen Erweiterung natürlicher Unberührtheit von Rosenkranz grob derangiert – gefüllt mit einer viskosen Mixtur aus Silikon und der Filmindustrie entstammenden Kunsthaut-Pigmenten. Das befremdliche Resultat konfrontiert uns mit der Vergegenständlichung eines gespaltenen Konsumentenkörpers: auf esoterische Selbstoptimierung justiert und zugleich wissenschaftlich vermessen, reguliert, dosiert. Rosenkranz’ Spandex-Arbeiten sind materielle Reflexionen über das von Ambivalenz durchdrungene Projekt der Wiederherstellung eines natürlichen Gleichgewichts. Dabei stellt ihr Werk nicht etwa eine entschwundene Essenz menschlicher Natur in Aussicht, sondern exponiert eine neue Form des fragmentierten Körpers. Subjekt und Objekt sind hier bis zur Unkenntlichkeit ineinander verwoben – eine synthetisch strukturierte Körperlichkeit, die auch in Rosenkranz’ Spandex-Arbeiten und dem Werk Surrender aus der Serie As One nachhallt. Das menschliche Subjekt ist hier lediglich als fluide Spur vorhanden, eine serielle Assoziation generiert aus synthetischen Materialien, die sich im leuchtenden Farbspektrum glo-baler Markenwelten bricht.

 

*1979 in Sils-Maria, Schweiz, lebt in New York, USA

Pamela Rosenkranz, Installationsansicht, © Foto: Achim Hatzius

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Pamela Rosenkranz, Installationsansicht, © Foto: Achim Hatzius

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